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Hamburg und
seine
Museen. Eigentlich braucht sich
Hamburg mit
seinen
vielfältigen und zahlreichen Museen nicht
zu verstecken.
Doch in einem
Bereich klafft eine empfindliche Lücke im Museumssektor: Trotz
aller Mühen seit Generationen fehlt in Hamburg bis heute ein
Eisenbahn- bzw. Nahverkehrsmuseum.
Dabei ist dieses Thema von den Aktiven nie stiefmütterlich behandelt worden. Bereits seit den 1950er Jahren werden Zeitzeugen des Schienenverkehrs in Hamburg mit dem Ziel einer musealen Erhaltung zusammengetragen. Schon bei Stillegung der zuletzt von der Hochbahn betriebenen, am 29. September 1904 eröffneten Kleinbahn Altrahlstedt – Volksdorf – Wohldorf, zuletzt Walddörferstraßenbahn genannt, am 29. Januar 1961 bemühten sich die Hamburger Aktiven um Erhaltung der Strecke als Museumsbahn. Trotz zunächst positivem Votums des Hamburger Senats wurde die Walddörferstraßenbahn einige Jahre später abgebaut, nur einzelne Trieb- und Beiwagen der Bahn blieben verstreut an verschiedenen Orten erhalten. Der Triebwagen 3 steht heute in der Straße Kattjahren in Volksdorf, der Wagen K1 (ex HHA 3015) befindet sich am Wohldorfer Kleinbahnmuseum und der Beiwagen 56 mit wieder errichtetem Oberdeck steht beim VVM im Lokschuppen Aumühle. Viele weitere Versuche, in oder um Hamburg ein Museum aufzubauen scheiterten. Es fallen dabei Namen wie Wakendorf, Bergedorf oder gar Falkenried ein. Mit fortschreitender Stillegung der Hamburger Straßenbahn mussten auch die erhaltenen Straßenbahnwagen die Depots verlassen – die Depots wurden vielfach zu Supermärkten umfunktioniert. So sind heute Hamburgs historische Eisenbahnen, Straßenbahnen und Busse zum Teil weit außerhalb Hamburgs zuhause. Das
Bw Wilhelmsburg – bis Ende der 1990er Jahre
größtenteils noch von der Deutschen
Bundesbahn
bzw. Deutschen Bahn AG für die Rangierlok- und
Güterwagenunterhaltung
genutzt –
entwickelte sich in den Folgejahren zu einem echten Kleinod. Die
Fahrzeugaufarbeitung machte große Fortschritte – was sich
an Planungen zur betriebsfähigen Aufarbeitung der T3 "PK 3" und
des Reichsbahn-VT 137 138 sowie zur räumlichen Erweiterung auf
von der DB
aufzugebende Bw-Bereiche deutlich zeigte.
Am
15. Oktober 1994
endeten die Träume eines Hamburger Eisenbahnmuseums
jäh –
durch Brandstiftung wurden Großteile des Rundschuppens des Bw
Wilhelmsburg ein Raub der Flammen. Diverse
Personen- und Güterwagen, der VT 137 138 und die 44 594 brannten
vollständig aus, die 94 1692 wurde schwer beschädigt.
In
den Folgejahren wurde dem Verein ein Wiederaufbau des
Schuppens in Aussicht gestellt –
dieser wurde leider nie Realität. Die DB hat
inzwischen mit dem Areal (auch mit Blick auf die Bundesgartenschau, die
2013 in Wilhelmsburg stattfinden wird) andere Pläne – ein
Eisenbahnmuseum hat dort keinen Platz mehr.
Die Fahrzeuge wurden in alle Himmelsrichtungen verteilt. Die 78 468 wurde von der Deutschen Bahn AG 1998 an die Stadt Oberhausen verkauft, welche die Lok im Rahmen eines Förderprojekts betriebsfähig herrichten ließ und der EPEG Eisenbahn Tourismus & Co KG zum Betrieb zur Verfügung gestellt hat. Seit 1999 kam die Lok schwerpunktmäßig im Ruhrgebiet aber auch bundesweit zum Einsatz. Nach einer Hauptuntersuchung im Jahre 2008 fährt die Lok unter der Federführung des Vereins "Eisenbahn-Tradition e. V." von Lengerich bzw. Osnabrück und Münster aus. Nach Hamburg ist die Lok bisher nicht wieder gekommen. Die 94 1692 wurde von der DB an den Stützpunkt des DB-Museums in Neumünster abgegeben, wo die Brandschäden an der Lok behoben wurden. Derzeit ist die Zukunft der Lok jedoch unsicher, da das DB-Museum im Zuge einer umfangreichen Restrukturierung der DB-eigenen Museumssparte die Kündigung des Standorts zum 31. Dezember 2005 ausgesprochen hat. Auch zu Jahresbeginn 2009 war die langfristige Erhaltung des Standortes Neumünster für museale Zwecke nicht sicher, nachdem seit 2005 zwischen dem Mieter des Geländes, den Rendsburger Eisenbahnfreunden e.V., und der Deutschen Bahn AG ein langwieriger Rechtstreit geführt wird. |
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