
|
|
Mit
Gründung
der S-Bahn Berlin GmbH 1995 entwickelte die damalige
Geschäftsführung
unter Axel Nawrocki neue Ideen, neben dem normalen S-Bahnbetrieb auch
das Tourismussegment bedienen zu können. Auf Berlins S-Bahn fuhren
in den späten
1990er Jahren sieben historische Viertelzüge der Bauart
"Stadtbahn" bzw. "Wannseebahn" und erfreuten sich großer
Beliebtheit.
Die Zahl der für Stadtrundfahrten umgebauten Doppeldeckerbusse mit
offenem Oberdeck nahm rapide zu.
Die anfängliche Idee, analog einen Altbauzug zur offenen
"Cabrio-S-Bahn" umzubauen,
musste aus Sicherheitsgründen schnell wieder begraben werden – ein
Zug
mit aus der Schweiz bekannten Panoramascheiben schien realisierbar und
so baute das Werk Schöneweide ab 1997 die Triebwagen 477 105 und
130
sowie den Beiwagen 877 130 zur Panorama-S-Bahn um. Letztlich erhielten
alle drei Wagen komplett neue Wagenkästen, nur einige technische
Komponenten wie die Drehgestelle u.ä. wurden weiter verwendet.
Zahlreiche Bauteile der Bremsanlage wurden von der BR 481
übernommen.
|
|
Im August
1999 hatte der im Mai 1999 fertiggestellte Zug bei der
Jubiläumsfeier 75 Jahre
Berliner S-Bahn seinen ersten Auftritt. Frisch zugelassen
nahm die als 488 001/888 001/488 501 bezeichnete Panorama-S-Bahn
an der Fahrzeugparade im Bf Olympiastadion teil, zusätzlich wurden
Schnupperfahrten zum Ostbahnhof und zurück angeboten.
Hier steht der 488 001 während der Parade im Bf Olympiastadion –
zahlreiche Besucher ließen sich das Spektakel nicht entgehen, als
Züge
aus allen Epochen der Berliner S-Bahn und zahlreiche Gastfahrzeuge
anderer Betriebe durch den Bf Olympiastadion fuhren.
|
|
Der Urahn
275 625 – Prototyp der Bauart "Stadtbahn" von 1927 – trifft im August
1999 während der Ausstellung im Bf Olympiastadion auf die
brandneue
Panorama-S-Bahn. Während das eine Fahrzeug klimatisiert und
luxuriös
ausgestattet ist, hat der Stadtbahner "nur" robuste Technik zu bieten.
Der von der BVG in den 1980er Jahren als Schlepptriebwagen verwendete
275 625 ist seit 2006 zusammen mit dem Münchner
420-Prototyp 420 002 im
Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München ausgestellt.
|
|
Im Dezember
2004 wurde das baufällige Bahnhofsgebäude Warschauer
Straße abgerissen
und ein provisorischer Zugang errichtet. Im Zuge des Ostkreuzumbaus ist
der Neubau des Bahnhofs und ein Umbau für den Richtungsbetrieb
vorgesehen – der Start der Bauarbeiten ist für Dezember 2011
vorgesehen. Die
Panorama-S-Bahn macht sich am 15. Juni 2002 auf den Weg zum Ring, die
moderne LCD-Anzeigetechnik hat da so seine Vorteile...
|
|
Im Juni 2002
wurden die Gleise am Lehrter Stadtbahnhof zum neuen Hauptbahnhof –
damals noch
als Lehrter Bahnhof
vorgesehen – verschwenkt und der alte Lehrter
Stadtbahnhof abgerissen. Wenige Tage zuvor lief Ende Mai 2002 die
Verglasung der neuen Bahnhofshalle auf Hochtouren, als die
Panorama-S-Bahn nochmals die alte Trasse befuhr.
|
|
An der
Elsenbrücke über die Spree in Treptow befand sich im
ehemaligen Kraftwerksgebäude des Osthafens von
1993
bis 2005 die
Redaktion des Neuen Deutschlands.
Von 1946 bis 1989 war
die
Zeitung das Zentralorgan der Sozialistischen
Einheitspartei
Deutschlands (SED) und versteht sich heute als "sozialistische
Tageszeitung". Die Panorama-S-Bahn passiert auf der Fahrt "Das neue
Berlin" im neuen Deutschland das "Neue Deutschland".
|
|
Die S-Bahn
feierte am 10. Mai 2003 das 75. Bestehen der Großen
Stadtbahnelektrisierung, gleichzeitig beging
Friedrichshagen seine 250-Jahrfeier. Die S-Bahn Berlin
ließ aus diesem Anlass nochmals vier Traditions-/Museumszüge
sowie die
Panorama-S-Bahn zwischen Erkner und Ostbahnhof fahren.
Der in Erkner bereitstehende 481-Dreiviertelzug trug noch die
ursprüngliche Farbe, welche werkseitig bis zum 481 224 zur
Anwendung
kam. Bereits ab 1998 wurden schrittweise die bereits ausgelieferten
Fahrzeuge in das traditionelle Farbschema umlackiert, seit Dezember
2007 zeigen sich alle 481 in der klassischen Berliner Farbgebung.
|
|
Das Ostkreuz
wird seit 2007 umfangreich saniert, sprich neugebaut – am Schluss wird
praktisch kein Stein mehr auf dem anderen geblieben sein. Der erste
große Bauabschnitt steht vor dem Abschluss, der Neubau des
Ringbahnsteiges F mit seiner großen Halle. 2012 beginnt der
Neubau
der
Stadtbahngleise im Richtungsbetrieb.
Vor dem Stellwerksgebäude "OKO" ist inzwischen die erneuerte
Künastbrücke
entstanden – ab 2012 wird der Gleisbereich umfassend
umgebaut,
damit die Erknerstrecke niveaufrei mit der Strausberger Strecke
verbunden werden kann. Die Panorama-S-Bahn kommt aus dem Bw
Friedrichsfelde und wird gleich auf Stadtrundfahrt gehen.
|
|
Das
Gelände
des ehemaligen Wriezener Güterbahnhofs wurde von der Deutschen
Bahn AG
aufgegeben und wurde nach der Demontage der Gleisanlagen im Sommer 2005
als Gewerbegelände ausgewiesen, diverse Großmärkte
haben sich hier
bereits angesiedelt. Im Juni 2005 fährt die Panorama-S-Bahn in den
Bf
Warschauer Straße ein.
|
|
Im Juni 2004
kamen die zu diesem Zeitpunkt noch zahlreichen 485 hauptsächlich
auf
der Ringbahn zum Einsatz, hier zwischen Köllnische Heide und
Hermannstraße.
Nach den 481 erhielten auch die 485 die Traditionsfarben, wobei die
vorübergehende Einstellung der Hauptuntersuchungen den Anteil
rot/gelber 485 lange gering hielt. Im ersten Halbjahr 2008 wurden die
verbliebenen im Einsatz befindlichen 485 ebenfalls umlackiert.
|
|
Auf seiner
Vollringtour befährt die Panorama-S-Bahn den 1993 wieder
eröffneten
Südring. Während der S-Bahnring heute wieder wesentlicher
Bestandteil
des S-Bahnnetzes ist, hat die Ringbahn für den Fernverkehr bisher
nur auf
dem
Nordring wieder Bedeutung erhalten. Der Südring wurde im Zuge
der
Fernbahnplanungen aus dem Fernbahnkonzept gestrichen und dient
nur dem Güterverkehr, bzw. ist seit Jahren teilweise unbefahrbar.
Von
Neukölln aus starten regelmäßig
hauptsächlich Müllzuge der
Berliner Stadtreinigung zu den Müllverbrennungsanlagen im Berliner
Umland. Das eigentliche Streckengleis des Fernbahnrings kann problemlos
zum abstellen von Güterwagen genutzt werden.
|
|
Im Sommer
2005 waren die Güteranlagen des Wriezener Bahnhofs bereits
abgerissen, bei der S-Bahn war dagegen die morbide Welt noch in
Ordnung. Reger S-Bahnbetrieb herrschte zwischen den Bahnhöfen
Warschauer Straße und Ostbahnhof.
|
|
Auf
Vollringrunde befand sich im Juni 2005 die Panorama-S-Bahn, als sie den
Hp Prenzlauer Allee passierte. Seit 2006 sind auch die Ferngleise
wieder voll in Betrieb und werden zur Überführung der
Fernzüge vom Fernbahntunnel zu den Werken in Rummelsburg bzw.
Lichtenberg genutzt.
|
|
Berlin
wandelt sich auch über 20 Jahre nach der Wende unaufhörlich
weiter – nicht nur in der Infrastruktur, auch im Fahrzeugsektor. Im
ehemaligen Raw "Franz Stenzer" am Bf Warschauer Straße wurde
Anfang der 1990er Jahre die Werkstatt für die Talgo-Nachtzüge
der DB erbaut. 2011 sind die Talgonachtzüge Vergangenheit, alle
Talgozüge sind abgestellt bzw. verkauft. Für die
CityNightLine-Züge dient das Werk weiter der Instandhaltung, die
Wagen sind aber längst von nachtblau auf verkehrsrot umlackiert.
Im Hintergrund der Bf Warschauer Straße mit provisorischem
Zugang und ohne Bahnhofsgebäude, die Aufnahme stammt aus Juni 2005.
|
|
Es gibt viel
zu sehen in Berlin. Rund acht Jahre war der Bau der vom italienischen
Stararchitekten Aldo Rossi entworfenen "Landsberger Arkaden" (eine
Mischung aus geplantem Einkaufstempel, Bürobau und Hotel) eine
Ruine, im November 2006 wurden die Gebäude zwangsversteigert. 2009
ist hier das andel's Hotel Berlin eingezogen. Die Panorama-S-Bahn
passiert die Ruine im Juni 2005.
|
|

|
Berlin war
lange Jahre das Synonym für morbide Bahnanlagen, besonders im
Westteil der Stadt – nach der Wende zunehmend auch im Osten. Über
20 Jahre nach der Wende ist die Infrastruktur der Eisenbahn in Berlin
fast durchgehend saniert. Aber auch im Sommer 2005 gab es noch das eine
oder andere Eckchen mit morbidem Eisenbahncharme. Auf den Bahnhof
Ostkreuz traf dieses durchgängig zu – bereits zu DDR-Zeiten sollte
er
saniert werden, was nie geschah.
Abgesehen von marktwirtschaftlichen Errungenschaften wie Wurstbuden
etc.
war 2005 die Zeit am Ostkreuz noch immer stehengeblieben. Bereits seit
1994 war die Nordringkurve ohne planmäßigen Verkehr, wurde
aber noch lange betriebsbereit vorgehalten. Das Bahnsteiggleis zum
Nordring war 2005 unbefahrbar.
Entsprechend der Nutzung fast nur noch durch die Panorama-S-Bahn
glichen die Anlagen eher einem Urwald als einer Eisenbahnstrecke. Ein
Jahr später war auch damit Schluss. Ende Mai 2006 wurde das
verbliebene Gleis gesperrt und die Anlagen in der Folge abgetragen.
Schluss war 2009 leider auch mit der Panorama-S-Bahn. Im Sommer 2009
brach infolge von Wartungsmängeln ein Großteil des Betriebes
der Berliner S-Bahn zusammen – diverse Strecken wurden wochenlang gar
nicht mehr bedient, darunter auch die Berliner Stadtbahn. Die Fahrten
mit
der Panorama-S-Bahn wurden eingestellt, ein weiterer Betrieb (und ihre
Wartung) war inmitten eines zusammengebrochenen Regelverkehrs
undenkbar.
2011 hat sich der S-Bahnbetrieb zwar wieder auf einem gewissen Level
stabilisiert – eine Rückkehr zum vollständigen vom Land
Berlin bestellten Fahrplan ist aber weiter nicht absehbar. Da der
Abstellort Erkner nicht mehr zur Verfügung steht, wurde die
Panorama-S-Bahn im November 2011 nach Ammendorf überführt.
Dort soll 2012 der Aufwand festgestellt werden, der für eine
Wiederinbetriebnahme erforderlich ist. Ob die Panorama-S-Bahn je wieder
in den Betriebsbestand zurückkehrt, dafür mag in Berlin
derzeit niemand die Hand ins Feuer legen.
|
|
|
|